Sommerabend mit SDP im IGA Park Rostock

Ein Sommerabend mit SDP in Rostock

Manchmal braucht es gar keinen großen Urlaub, um etwas Besonderes zu erleben, sondern einfach einen Konzertabend. Zusammen mit meiner Verlobten sind wir aus Stralsund nach Rostock gefahren, um im IGA Park unser erstes SDP Konzert zu erleben. Schon auf der entspannten Autofahrt Richtung Parkbühne hat sich dieses Gefühl von Vorfreude eingestellt, das man nur kennt, wenn man weiß, dass gleich Live Musik, Sommerluft und gute Gesellschaft zusammenkommen. Dass dieser Abend am Ende unvergesslich werden würde, haben wir da schon geahnt, aber nicht im Detail absehen können.

Entspannte Anreise und nerviger Parkplatz

Die Fahrt bis zum Gelände war überraschend stressfrei, kaum Verkehr auf der Strecke und wir sind ohne Umwege beim IGA Park angekommen. Umso größer war der Kontrast, als wir in die Parkplatzsituation hineingeraten sind, die man ohne Übertreibung als chaotisch bezeichnen kann. Aus verschiedenen Richtungen strömten die Autos gleichzeitig auf das Gelände, während zwei Mitarbeiter parallel versuchten, die einfahrenden Fahrzeuge abzukassieren und jeweils zehn Euro pro Auto zu kassieren. Dadurch hat sich ein gewaltiger Stau gebildet, der die entspannte Stimmung erst einmal ausgebremst hat. Statt die Autos zügig und parallel an unterschiedlichen Bereichen der Parkanlage einzuweisen, wurden alle Fahrzeuge einzeln nebeneinander eingepfercht, als würde man Tetris mit Autos spielen. Organisatorisch hätte man das deutlich besser lösen können und man hatte das Gefühl, dass die Parkplatzcrew den Überblick über die Situation verloren hatte.

Vom holprigen Einlass zum perfekten Platz

Umso positiver war dann der Kontrast beim eigentlichen Einlass auf das Gelände, der erstaunlich schnell und unkompliziert ablief. Es gab eine kurze Taschenkontrolle, bei der das Personal sich nicht ganz einig war, ob ein Regenschirm überhaupt erlaubt ist oder nicht, aber insgesamt ging das ohne lange Diskussionen. Danach folgte die Kartenkontrolle und plötzlich standen wir mittendrin im IGA Park, umgeben von gut gelaunten Menschen, Sommerabendstimmung und dieser Mischung aus Aufregung und Gelassenheit, die große Konzerte mit sich bringen. Durch einen glücklichen Zufall haben wir auf dem Gelände eine Freundin und ihren Sohn getroffen, die bereits in der Front of Stage unterwegs waren. Sie hat uns den Tipp gegeben, dass dort vorne noch Plätze frei sind. Also sind wir schnell los und haben uns durch die Menge gearbeitet, bis wir tatsächlich noch einen großartigen Platz in einer der ersten Reihen ergattern konnten. So dicht an den Künstlern zu stehen, die Bühne direkt vor uns zu haben und die Akustik quasi aus erster Hand zu spüren, war einfach grandios und hat den Abend von Anfang an besonders gemacht.

Die Bühne als Spielplatz und SDP als Gastgeber

SDP ist ein Musikduo aus Berlin Spandau, bestehend aus Vincent Stein und Dag Alexis Kopplin, das bereits seit 1999 zusammen unterwegs ist und sich mit seiner Mischung aus verschiedenen Musikrichtungen einen festen Platz in der deutschsprachigen Musikszene erarbeitet hat. Ihre Songs verbinden Pop, Rock, Hip Hop und andere Einflüsse mit viel Humor und Selbstironie, sodass ihre Live Shows sich nie nur wie klassische Konzerte anfühlen, sondern eher wie große, verspielte Gesamterlebnisse. Aktuell sind sie mit ihrem Programm Die wollen nur spielen unterwegs, bei dem die Bühne bewusst zum Spielplatz erklärt wird und die beiden deutlich machen, dass sie sich trotz der langen Bandgeschichte immer noch nicht so richtig dem Erwachsenwerden verpflichtet fühlen.

Der IGA Park wurde an diesem Abend tatsächlich zur Kita der Band, wie sie es selbst gern formulieren. Vor der Bühne schossen Feuerfontänen in die Höhe, Pyro Effekte wurden gezündet und über die Hände der Fans wurden riesige aufgeblasene Pooltiere getragen, die zwischen den Reihen hin und her schwebten. Dag Alexis warnte die Leute mit einem Grinsen davor, unbedingt in diese Tiere zu klettern, weil das zwar cool aussehe, aber auch gefährlich sei. Natürlich dauerte es nicht lange, bis doch jemand auf einem der Teile Platz nahm. Vincent kommentierte lachend, dass er sich kaum konzentrieren könne, weil dort vorne ein Typ quasi auf einem Alpaka reitet und schon mehrfach fast heruntergefallen ist, aber offenbar sein Leben in diesem Moment voll auskostet. Genau diese Mischung aus Humor, Spontaneität und Nähe zur Crowd macht den Charme von SDP Live Auftritten aus.

Wetterglück, Feuer und Emotionen mitten im Publikum

Das Wetter hat an diesem Abend perfekt mitgespielt. Es hat nicht geregnet, die Temperaturen waren bis zum Schluss angenehm und durch die große Masse an Menschen und die meist windstille Luft hat man die kühleren Abendtemperaturen ohnehin kaum wahrgenommen. Zusätzlich gab es immer wieder Feuershows auf der Bühne, deren Hitze man vorne deutlich spüren konnte und die einen kurzzeitig fast wie eine Standheizung angewärmt haben. Besonders beeindruckend war der Moment, als die Lichter auf der Bühne ausgingen und Dag und Vincent plötzlich mitten im Publikum wieder auftauchten. Umringt von Fans haben sie ein Medley aus emotionalen Songs gesungen und der gesamte IGA Park wurde von Handytaschenlampen in ein Lichtermeer verwandelt. Zwischendurch wurde eine große Krone als Bühnendekoration in die seitliche Front of Stage gefahren, auf der sie ebenfalls ein Lied performt haben, was optisch und stimmungstechnisch eines der Highlights des Abends war.

Musikalisch war es eine gut abgestimmte Mischung aus den typischen humorvollen und den emotionaleren Stücken. Songs wie Tanz aus der Reihe, Die schönsten Tage, Ne Leiche und Mama hat gesagt sorgten für ausgelassene Stimmung, während Nummern wie Kurz für immer bleiben oder Millionen Liebeslieder eher die nachdenklichen Seiten des Duos gezeigt haben. Dass SDP sich selbst nicht übermäßig ernst nehmen, haben sie auch an diesem Abend immer wieder deutlich gemacht, indem sie mögliche Kritiker Sprüche direkt selbst aufgriffen und sich mit viel Selbstironie auf der Bühne kommentierten. Diese Haltung passt zu ihrer Bandgeschichte und zu ihrem Image, das sie sich über viele Jahre hinweg aufgebaut haben.

Mein Mitschnitt und Begegnungen nach der Show

Ein weiteres persönliches Highlight für mich war, dass ich ungefähr die Hälfte des Konzerts mit meinem iPhone aufgenommen habe. Aus diesen Aufnahmen habe ich später einen Zusammenschnitt erstellt und auf YouTube hochgeladen, um nicht nur für uns, sondern auch für andere Fans die Stimmung dieses Abends festzuhalten. Im Blog Artikel möchte ich den Link zu diesem Video ebenfalls teilen, sodass alle, die Lust haben, sich noch einmal durch Feuerfontänen, Pooltiere und das emotionale Lichtermeer klicken können. Hier könnt ihr euch den Mitschnitt ansehen: YouToube Link.

Nach dem Konzert ging es zurück zum Parkplatz, wo uns die Organisation erneut gezeigt hat, dass sie die Lage nicht wirklich im Griff hatten. Wir haben dort ein sympathisches Paar aus Leipzig kennengelernt, das extra an die Küste gereist war, um sein erstes SDP Konzert zu erleben. Für sie wie für uns war es der erste Live Abend mit Dag und Vincent und die Begeisterung darüber war deutlich zu spüren. Bevor wir überhaupt losfahren konnten, mussten wir noch ungefähr eine halbe Stunde am Auto warten, bis sich der Verkehr langsam in Bewegung gesetzt hat. Wieder war deutlich zu sehen, dass die Parkplatzstruktur dem Ansturm nicht gewachsen war. Trotzdem hat diese etwas zähe Abreise die vielen positiven Momente des Abends nicht überdecken können. Am Ende bleibt die Erinnerung an einen warmen Sommerabend mit großartiger Musik, viel Humor, Nähe zu den Künstlern und das Gefühl, dass sich der Weg aus Stralsund nach Rostock für dieses Konzert mehr als gelohnt hat.

Über den Autor

Ich bin Chris, ein leidenschaftlicher Blogger, der gerne Geschichten aus Technik, Kultur und Alltag erzählt – immer mit einem Hauch Kreativität und Humor. Als IT-Administrator bringe ich fachliches Know-how ein, während meine Hobbys wie Fotografie, Drohnenfliegen und Naturerkundungen für vielseitige Perspektiven sorgen. Besonders liebe ich es, persönliche Erlebnisse und nostalgische Erinnerungen mit aktuellen Themen zu verbinden. Gemeinsam mit meiner Familie lebe ich in Stralsund, Mecklenburg-Vorpommern, und teile meine Sicht auf die Welt – mal nachdenklich, mal unterhaltsam, aber immer authentisch.

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