Ein Eiswinter über Stralsund aus der Luft

Ein Winter, der im Gedächtnis bleibt

Der Winter 2026 hat in Stralsund ziemlich früh begonnen und sich dann hartnäckig gehalten. Anfang Januar sind die Temperaturen nach unten gerutscht und blieben über Wochen im Frostbereich, sodass sich auf dem Knieperteich und dem Strelasund eine immer dickere Eisdecke gebildet hat. Es war einer dieser Winter, von denen man im Nachhinein sagt, dass er irgendwie anders war als die Jahre davor, und genau deshalb wollte ich ihn nicht einfach vorbeiziehen lassen, ohne ein paar Eindrücke festzuhalten.

Unterwegs zwischen Alltag und Glätte

Über die Winterwochen war ich immer wieder unterwegs. Gerade auf der Strecke nach Rostock ins Büro habe ich gemerkt, wie sehr ich meine Fahrweise anpassen musste, weil manche Straßen durch Glätte und Schneereste einfach nur rutschig waren. Gleichzeitig hatte ich aber immer wieder dieses Gefühl von klarer Winterluft und Ruhe, wenn man früh morgens oder spät nachmittags unterwegs war. Die Stadt wirkte kleiner und dichter, weil Schnee und Eis alle Geräusche geschluckt haben.

Mit der Drohne über dem zugefrorenen Strelasund

Mit der Drohne eröffnen sich in so einem Winter komplett neue Perspektiven. Statt Wellen siehst du auf einmal große weiße Flächen, die nur von Fahrrinnen und Eisschollenstrukturen unterbrochen werden. Über dem Strelasund wirkt Altefähr fast wie ein kleines Modell Dorf am Rand einer riesigen Eisfläche, die sich bis zum Horizont zieht. Die Fahrrinne der Schiffe schneidet sich wie eine dunkle Narbe durch das Eis und zeigt sehr deutlich, wo hier oben trotz Kälte noch Bewegung im Spiel ist. Besonders rund um den Hafen von Stralsund, an der Mole und bei den Signalleuchten, entstehen dadurch starke Kontraste zwischen dem ruhenden Eis und der Infrastruktur für die Schifffahrt.

Blick über den winterlichen Strelasund nach Altefähr Stralsund vom Himmel: Eisschollen und die offene Schifffahrt

Eis und Fahrrinne: Blick zum Stralsunder Hafen Panorama: Hafen, Strelasundbrücke und Werft im Eis

Stralsunder Hafen mit Mole und Leuchttürmen im Eis

Zwischen Werft, Fahrrinne und Drigge auf Rügen

Ein weiterer spannender Spot in diesem Winter war für mich die Gegend rund um die Volkswerft und Drigge auf Rügen. Von oben sieht man, wie die Industriehallen der Werft direkt an die zugefrorenen Flächen grenzen und wie die Fahrrinne sich davor entlang schlängelt. Etwas weiter südlich wird es dann deutlich natürlicher, wenn man über Drigge und die verschneiten Ufer schaut. Die Linien der Küste, die Büsche und Bäume und die Spuren im Schnee erzählen eine ganz andere Geschichte als die klaren Kanten der Werft, und genau dieser Wechsel macht die Serie an Bildern für mich so spannend.

Volkswerft Stralsund im Winterpanorama

Höhe 23 in Devin im Winterkleid

Besonders ins Herz geschlossen habe ich in diesem Winter die Höhe 23 bei Devin. Im Sommer ist die Steilküste dort schon eindrucksvoll, aber mit Schnee wirkt alles noch einmal roher und gleichzeitig ruhiger. Die steilen Hänge sind weiß überzogen, dazwischen schauen dunkle Büsche und Bäume hervor, und unten zieht sich ein schmaler Streifen Eis und Schnee am Ufer entlang. Aus der Luft erkennt man, wie sich das Gelände nach hinten ins Land öffnet und wie sehr diese kleine Ecke Landschaft vom Wasser geprägt wird. Für mich ist das einer der Orte, an denen man schnell vergisst, wie nah die Stadt eigentlich ist.

Höhe 23 in Devin – alles unter Schnee Höhe 23 Devin – Nahansicht im Schnee

Panorama entlang der Fahrrinne im Eis Fahrrinne-Panorama mit Werft und Drigge auf Rügen

Drigge und Stralsund im winterlichen Hintergrund Seitenansicht der verschneiten Höhe 23

Familienzeit zwischen Schlitten und Eisflächen

Natürlich war dieser Winter nicht nur Fotoprojekt, sondern auch Familienzeit. Wir konnten zum ersten Mal so richtig den Schlitten aus dem Keller holen und hatten einfach Spaß daran, die Wege in der Umgebung zu testen. Gleichzeitig war mir sehr bewusst, dass Eisflächen immer ein Risiko sind, auch wenn sie noch so stabil aussehen. Viele Leute sind in diesen Wochen auf den zugefrorenen Flächen unterwegs gewesen, teils auf dem Knieperteich, teils auf dem Eis des Strelasunds, obwohl es keine offizielle Freigabe gab. Mir ist wichtig zu sagen, dass so etwas immer eigene Verantwortung bleibt und dass man nie sicher sein kann, ob nicht doch irgendwo eine dünne Stelle lauert.

Warum diese Bilder für mich wichtig sind

Wenn ich jetzt auf die Bilder dieses Winters schaue, dann habe ich das Gefühl, dass sie mir helfen, diese zwei Monate ein Stück weit zu konservieren. Die klaren Tage mit blauem Himmel, die diffusen Lichtstimmungen bei bedecktem Himmel, die Strukturen im Eis und die verschneiten Klippen von Devin erzählen gemeinsam die Geschichte eines Winters, der anstrengend und schön zugleich war. Während ich diesen Text schreibe, fühlt es sich so an, als würde der Frühling schon an der Tür klopfen, und genau deshalb freue ich mich, dass diese Aufnahmen bleiben und ich sie hier im Blog mit dir teilen kann.

Über den Autor

Ich bin Chris, ein leidenschaftlicher Blogger, der gerne Geschichten aus Technik, Kultur und Alltag erzählt – immer mit einem Hauch Kreativität und Humor. Als IT-Administrator bringe ich fachliches Know-how ein, während meine Hobbys wie Fotografie, Drohnenfliegen und Naturerkundungen für vielseitige Perspektiven sorgen. Besonders liebe ich es, persönliche Erlebnisse und nostalgische Erinnerungen mit aktuellen Themen zu verbinden. Gemeinsam mit meiner Familie lebe ich in Stralsund, Mecklenburg-Vorpommern, und teile meine Sicht auf die Welt – mal nachdenklich, mal unterhaltsam, aber immer authentisch.

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