Apple Watch Series 10 Diamantschwarz – Lackabplatzung und Support-Erfahrungen

Das Problem: Lackabplatzung nach wenigen Monaten

Nachdem ich die Apple Watch Series 10 etwa ein halbes Jahr normal nutzte, bemerkte ich erste Anzeichen von Verschleiß am Gehäuse. Es begann mit kleinen Abplatzungen am Lack auf der Rückseite der Uhr. Nicht aggressiv, nicht durch einen Sturz verursacht, sondern einfach so, durch ganz normale Alltagsnutzung. Das Diamantschwarz-Gehäuse sollte doch eigentlich robust sein, schließlich handelt es sich um ein Aluminium-Gehäuse mit spezieller Lackierung. Doch offenbar gab es hier ein systematisches Problem bei der Produktion oder der Materialwahl.

Meine Apple Watch 4 hatte ich vorher über fünf Jahre täglich getragen und sie sah immer noch aus wie neu. Die Series 10 dagegen zeigte nach nur einem Jahr deutliche Gebrauchsspuren. Das war nicht akzeptabel für ein Gerät, das in dieser Preiskategorie liegt und als Premium-Wearable vermarktet wird.


Der erste Kontakt mit dem Apple Support: Enttäuschung statt Verständnis

Meine erste Anlaufstelle war der Apple Support per Chat. Ich erklärte das Problem, beschrieb die Situation und hoffte auf schnelle Hilfe. Stattdessen wurde ich an die Vorgesetzten-Abteilung weitergeleitet. Das Telefonat war kurz, unbefriedigend und endete mit einer Aussage, die mich sprachlos machte: Apple würde die Kosten für die Reparatur nicht übernehmen. Die Rechnung müsste ich selbst tragen. Eine Uhr, die bei normaler Nutzung nach wenigen Monaten Fehler entwickelt, sollte nicht auf meine Kosten repariert werden. Das ist kein abnormaler Verschleiß, das ist ein Produktionsfehler.

Zu diesem Zeitpunkt war meine Entscheidung gefallen: Das würde wohl meine letzte Apple Watch sein. Ich veröffentlichte meinen Frust in einem Blogartikel und teilte meine Erfahrung mit der Welt.


Der entscheidende Kommentar: Ein Hoffnungsschimmer

Einige Zeit später erhielt ich einen Kommentar unter meinem Artikel, der alles veränderte. Ein anderer betroffener Kunde berichtete, dass er ebenfalls eine Apple Watch Series 10 in Diamantschwarz hatte und das identische Problem erlebte.

Dieser Kommentar war entscheidend. Er deutete darauf hin, dass es sich um ein weit verbreitetes Problem handelte und dass Apple womöglich bereit war, es unter Gewährleistung zu beheben. Der Tipp lautete: Erneut versuchen und deutlich machen, dass dieses Problem gehäuft auftritt.


Der zweite Versuch: Endlich Bewegung im Support

Im Januar 2026 kontaktierte ich den Apple Support erneut. Der Chat-Mitarbeiter schaute sich die neuen Bilder an und kam zu einer völlig anderen Einschätzung als sein Kollege ein Jahr zuvor: Ja, der Schaden könne unter Garantie beziehungsweise Gewährleistung übernommen werden. Ein Rückruf von der Vorgesetzten-Abteilung sollte folgen.

Ich lud meine Kaufrechnung hoch – ein wichtiger Punkt, da ich die Uhr direkt beim Hersteller Apple erworben hatte und sie mir zugesendet bekommen hatte. Ich war damals der Überzeugung, dass der Support dadurch einfacher sein würde. Ein großer Irrtum.


Das Media Markt-Debakel: Eine odysseehafte Tour

Der Rückruf vom Vorgesetzten kam, doch das Gespräch verlief frustrierend. Nach langem Suchen in den Datenbanken teilte mir der Mitarbeiter mit: Ich müsse zu einem Apple Händler fahren und das Problem dort zeigen. Das war absurd. Die einzigen Apple Stores in Deutschland sind hunderte Kilometer von mir entfernt.

Der Mitarbeiter empfahl mir, zum Media Markt in Stralsund zu fahren, da diese als Apple Partner tätig sind. Ich fragte, ob ich die Uhr nicht einfach einschicken könne – die Antwort war nein. Der Support konnte nicht verstehen, wie umständlich das aus meiner Perspektive als Kunde ist, meinte aber, dass Media Markt über die richtigen Tools verfüge, um mir zu helfen.

In meiner nächsten freien Minute fuhr ich zum Media Markt. Was folgte, war eine frustrierende Erfahrung. Ich musste mein komplettes Anliegen nicht weniger als drei verschiedenen Mitarbeitern nacheinander erklären. Der letzte Mitarbeiter klärte mich dann auf: Sie hätten gar keinen zertifizierten Apple Mitarbeiter vor Ort. Der einzige Mitarbeiter, der das hätte tun können, war langfristig krankgeschrieben. Die Ironie der Geschichte: Danach erhielt ich sogar ein Jobangebot als Apple Mitarbeiter bei Media Markt. Dieses lehnte ich dankend ab.

Auch hätte der Mitarbeiter das Gerät nur nach Erfurt einschicken können – eine Reparaturdauer von bis zu drei Wochen, ohne Garantie auf Erfolg. Das war nicht akzeptabel. Also fuhr ich wieder nach Hause und schrieb dem Apple Support-Mitarbeiter eine lange E-Mail mit meinen neuen Erkenntnissen.


Der Durchbruch: Ein Umdenken beim Support

Ein Tag später rief mich derselbe Mitarbeiter zurück. Er konnte meine Erfahrung mit Media Markt nicht ganz nachvollziehen, glaubte mir aber. Und plötzlich, nach all der Hin und Her, bot er mir an, die Uhr einfach einzuschicken zu lassen. Das war möglich. Nach unserem ersten Telefonat sagte er noch, es ginge nicht – nun plötzlich schon. Ich konnte und kann bis heute nicht nachvollziehen, warum ein Produkt, das ich online bestellt und geliefert bekam, zwangsläufig vor Ort repariert werden musste. Was ist mit Kunden, die nicht mobil sind oder auf dem Land leben, fernab von Apple Stores?

Nach dem Telefonat wurde mir ein Karton aus Tschechien per UPS zugeschickt. Ich sollte meine Uhr ohne Armband darin platzieren und zurückschicken. Der UPS-Fahrer war so freundlich zu warten, während ich schnell meine Uhr verpackte, den Aufkleber aufklebte und das Paket wieder mitgab.


Der Versandprozess: Schnell und effizient

Hier muss ich Apple Gerechtigkeit widerfahren lassen: Der Versand und die Reparatur waren beeindruckend schnell. Der Karton aus Tschechien kam innerhalb von 24 Stunden bei mir an. Danach verging weniger als ein weiterer Tag, bis meine beschädigte Uhr in Tschechien ankam. Keine Stunde später erhielt ich bereits die Meldung, dass mir ein Ersatzprodukt zugesendet wird. Der Express-Versand per DHL sollte dafür sorgen, dass die neue Uhr bereits am nächsten Tag bei mir eintrifft. Der gesamte Prozess dauerte weniger als eine Woche.

Am nächsten Tag kam die neue Uhr an, und tatsächlich befand sich darin eine brandneue Apple Watch Series 10 – natürlich ohne Armband. Nach diesem langen Hin und Her hatte ich endlich eine neue Uhr in meinen Händen.


Die unbequeme Wahrheit: Ein wiederkehrendes Problem und die Suche nach Alternativen

Doch damit war die Geschichte noch nicht zu Ende. Während ich auf die Reparatur wartete, habe ich mir überlegt, was ich danach machen würde. Wenn Apple die Uhr repariert oder austauscht, hätte ich wieder ein Diamantschwarz-Gehäuse mit eben jenem Problem. Nach meiner Recherche ist diese Lackabplatzung bei vielen Nutzern ein bekanntes Phänomen. Meine Körperchemie wird sich nicht ändern. Wenn das neue Gehäuse genauso lackiert wurde wie das alte, werde ich das Problem erneut haben. Und dann? Sollte ich Apple erneut einen Austausch erbitten? Das Risiko war mir zu hoch, dass sie beim zweiten Mal ablehnen.

Ich beschloss daher, das Austauschgerät zu verkaufen und mir ein anderes Modell zu suchen. Doch welches?

Die Alternativen:
Fitbit und Garmin bieten hochwertige Smartwatches an, aber die Integration in das iPhone ist nicht annähernd so nahtlos wie die Apple Watch. Im Apple-Universum funktioniert alles elegant zusammen. Mit Drittanbietern funktioniert das nur begrenzt. Das ist ein großer Nachteil, wenn man sich bereits in diesem Ökosystem bewegt.

Die Apple Watch Ultra kam nicht in Frage – sie ist mir viel zu schwer und unhandlich. Die LTE-Version der Apple Watch Series war ebenfalls unnötig, da mein Provider Congstar keine Multi-SIM für Smartwatches unterstützt. Die Titan-Version? Auch überflüssig. Die Apple Watch SE könnte eine abgespeckte Alternative sein, doch mein Textil-Solo-Loop mit der Größe der Series 10 ist mit der SE nicht kompatibel. Und das Armband kostete knapp 100 Euro – das wollte ich ungerne aufgeben.

Dann kam die Apple Watch 11. Ich recherchierte, ob diese in Diamantschwarz dasselbe Problem hätte. Das Ergebnis war niederschmetternd: Viele Nutzer berichten von identischen Lackabplatzungen nach wenigen Monaten. Space Grau dagegen zeigte in meiner Recherche kein Problem mit Lackplatzer. Das würde optisch auch okay für mich aussehen.


Die endgültige Entscheidung: Space Grau statt Diamantschwarz

Meine einzige realistische Alternative ist eine Apple Watch 11 in Space Grau. Das Modell ist optisch ansprechend, die Farbe scheint nicht von den Lackproblemen betroffen zu sein, und ich kann weiterhin mein Solo-Loop nutzen. Es gibt zwar zwischen Series 10 und Series 11 kaum nennenswerte Verbesserungen, aber Space Grau ist für mich die bessere Wahl.

Das ist ein wichtiger Punkt: Wenn der Hersteller ein bekanntes Produktionsproblem nicht behebt, sondern es einfach in der nächsten Generation wiederholt, dann ist das nicht nur ärgerlich – es ist fahrlässig. Apple hat über zehn Jahre Erfahrung im Uhrengeschäft. Die sollten solche Probleme längst im Griff haben.


Fazit: Schneller Support, aber ungelöste Kernprobleme

Apple Support war am Ende beeindruckend schnell. Der komplette Reparaturprozess dauerte weniger als eine Woche, vom Versand bis zum Austausch. Das ist lobenswert. Aber es ändert nichts an den Kernproblemen: einer fehlerhaften Produktion, einem unbeholfenen Support-System, das dich erst zum lokalen Händler schicken will, und der Tatsache, dass das Problem in der nächsten Generation einfach wiederholt wird.

Ich war lange ein treuer Apple-Nutzer und Verfechter des Ökosystems. Aber diese Erfahrung hat mich zum Nachdenken gebracht. Wenn Premium-Geräte nach wenigen Monaten kaputt gehen und der Hersteller das als bekanntes Problem nicht behebt, dann ist das nicht Premium. Das ist eine Enttäuschung.

Falls du ähnliche Probleme mit deiner Apple Watch hattest, würde ich dir folgende Punkte mitgeben: Berufe dich auf deine gesetzlichen Gewährleistungsrechte, dokumentiere das Problem mit Fotos und sei hartnäckig. Viele andere sind betroffen, und das scheint Apple zum Handeln zu bewegen. Vielleicht ist eine andere Farbe oder ein anderes Modell die bessere Wahl.

Ich freue mich auf deine Erfahrungen und Gedanken in den Kommentaren. Falls du selbst ein ähnliches Problem hast oder eine bessere Lösung gefunden hast, lass mich gerne wissen.

Über den Autor

Ich bin Chris, ein leidenschaftlicher Blogger, der gerne Geschichten aus Technik, Kultur und Alltag erzählt – immer mit einem Hauch Kreativität und Humor. Als IT-Administrator bringe ich fachliches Know-how ein, während meine Hobbys wie Fotografie, Drohnenfliegen und Naturerkundungen für vielseitige Perspektiven sorgen. Besonders liebe ich es, persönliche Erlebnisse und nostalgische Erinnerungen mit aktuellen Themen zu verbinden. Gemeinsam mit meiner Familie lebe ich in Stralsund, Mecklenburg-Vorpommern, und teile meine Sicht auf die Welt – mal nachdenklich, mal unterhaltsam, aber immer authentisch.

R_ace_R Ich bin (G)root!

Kommentare

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!